Cannabis
Cannabis fällt in der populärwissenschaftlichen Unterscheidung unter die Kategorie "weiche Droge" in Abgrenzung zu "harten Drogen" wie Heroin etc. Damit wird suggeriert, daß es sich um eine "harmlose" Droge handelt,
vor allem weil es nicht körperlich, sondern "nur" psychisch abhängig macht. Tatsache ist, daß Cannabis ein eigenes Gebrauchs- und Mißbrauchsprofil hat, mit - je nach Konsummuster - völlig eigenen
Schwierigkeiten.
Cannabisprodukte gehören zur Gruppe der Halluzinogene, auch wenn die halluzinogene Wirkung bei weitem nicht mit der von LSD, Mescalin, Psylocibin etc. zu vergleichen ist.
Stoffe und Mittel: Cannabisöl, Haschisch, Marihuana
Szenenamen: Dope, Gras, Hasch, Pot
Wirkung:
Stark abhängig von Umgebung und psychischer Ausgangslage. Je nach Dosis reicht die Wirkung von Cannabisprodukten von leichter Euphorie über die Verstärkung des aktuellen physischen und psychischen Empfindens bis zu gesteigerter Wahrnehmungsbereitschaft, Innenschau, Gemeinschaftsgefühl,
Sinnestäuschungen, Veränderung des Raum- und Zeitgefühls, der Realitätswahrnehmung. Gelegentlich kommt es auch zu sensorischen Störungen. "Echte" Halluzinationen, wie bei LSD kommen kaum vor. Gelegentlich kommt es zu Übelkeit und Erbrechen.
Anwendung:
Rauchen mit Tabak oder auf Holzkohle in (Wasser-)Pfeifen, trinken als Tee, schlucken in Speisen.
Medizinische Bedeutung:
Gelegentlich eingesetzt in der Epilepsiebehandlung und bei manchen Schmerzpatienten, hat sich aber wegen der Unberechenbarkeit der Wirkung noch nicht breit durchgesetzt. Synthetisiertes THC (der Hauptwirkstoff von Cannabis) ist inzwischen in den USA unter dem Handelsnamen "Marinol" erhältlich.
Mißbrauchsmuster:
Konsum meist in Gemeinschaft, mitunter Dauerkonsum über Wochen und Monate.
Abhängigkeit: psychisch
Akute Krankheitsbilder:
Angstzustände, akute Verworrenheit, gelegentlich "Flashback"
Langzeitfolgen:
Schwächung der Realitätswahrnehmung und -anpassung, Antriebsarmut (Demotivationssysndrom), Interesselosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Merkfähigkeitsprobleme, Schwierigkeiten mit dem logisch abstrakten
Denken. Bei Dauerkonsum häufig schulischer und sozialer Abstieg, weil das Leistungsniveau nicht mehr gehalten werden kann. Eher selten kommt es zu psychiatrischen Komplikationen wie z.B. dem
"Depersonalisationssyndrom" und unkontrollierbaren Angstzuständen.
Obwohl Cannabis-Produkte keine physische Abhängigkeit hervorrufen, sind doch die psychische Abhängigkeit und die psychosozialen Folgen beträchtlich.
Rechtliches:
§31a des Betäubungsmittelgesetzes erlaubt es der Staatsanwaltschaft, auf eine Anklage bei Kleinstmengen zu verzichten.
Darüber hinaus greift die Strafverfolgung beim Besitz und Handel mit Cannabisprodukten - wie auch bei anderen Betäubungsmitteln - uneingeschränkt zu.
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