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Alkohol


Alkohol ist ein weltweit sehr häufig konsumiertes Suchtmittel. Auch bei uns gehört für viele Menschen das Trinken von Alkohol zum Alltag. Viele junge Menschen beginnen zwischen dem 14. und 17. Lebensjahr Alkohol zu konsumieren, manche auch schon früher. Bei Feten mit Freunden oder in der Clique gehört Alkohol häufig dazu.

Gebrauch:

Alkohol dient als Genußmittel, wie auch als Suchtmittel. Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland betreiben einen "schädlichen Gebrauch". Als kritische Grenze für den schädlichen Gebrauch durch Erwachsene wird nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der tägliche Konsum von 40 g reinem Alkohol bei Männern und 20 g bei Frauen angesehen. Das entspricht bei Männern ungefähr einem Liter Bier täglich, bei Frauen einem halben Liter Bier. Einzelne Menschen "vertragen" deutlich weniger.


Wirkungsweise:

In geringen Mengen getrunken, erzeugt Alkohol eine gehobene Stimmung (Euphorikum), bewirkt den Verlust von Hemmungen, sowie ein nachlassendes Reaktionsvermögen. Bei höherer Dosierung wirkt er dämpfend auf das Zentralnervensystem (Schmerzmittel, Betäubungsmittel). Alkohol erhöht die Unfallgefahr und Gewaltbereitschaft. Im Rausch entsteht beim Konsumenten eine läppisch-heitere oder aggressiv-gereizte Stimmung. Unmittelbare Nebenwirkungen äußern sich in Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl, Niedergeschlagenheit und verminderter Leistungsfähigkeit sowie Antriebslosigkeit.


Gesundheitsgefährdung:

Da die individuelle Gesundheitsgefährdung schwankt, können die genannten Konsummengen jedoch nicht als absolut verbindliche Grenzwerte für eine schädliche Alkoholdosis gelten. Schwangere und Kinder sollten gar keinen Alkohol trinken, da schon geringe Mengen erhebliche Schäden verursachen können. Faustregel ist auch:


Je jünger, um so empfindlicher ist der Organismus. Beeinträchtigungen der Gesundheit sind dann zu erwarten, wenn Alkohol regelmäßig und/oder in größeren Mengen getrunken wird. Alkohol wird vom Blut aufgenommen und gelangt mit ihm in alle Organe des Körpers.


Wenn Alkohol regelmäßig und in größeren Mengen konsumiert wird, kann es zur Schädigung innerer Organe, zu einer Beeinträchtigung der Gehirnfunktion und des Nervensystems kommen. Mittlerweile gilt als gesichert, daß Alkohol krebsfördernd ist.

Akute Symptome der Vergiftung sind Hyperventilation (extrem gesteigerte flache Atmung), psychomotorische Erregung, später Lähmungen, Hypoglokämie (Unterzucker), erhöhte Hauttemperatur bei erniedrigter Körpertemperatur. Ab ca. 2 Promille setzen narkotische Wirkungen ein.


Gesundheitliche Schädigungen:

Grundsätzlich schädigt Alkohol bei genügender Konzentration jede Körperzelle, weil er den Zellen Wasser entzieht. Die bekanntesten Folgen eines
fortgesetzten, schweren Alkoholmißbrauchs sind Schädigungen der Leber und des Gehirns. Häufige Todesursache bei Alkoholikern - neben Leberzirrhose und Alkoholvergiftungen - sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen- und Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen und Blutungen der Speiseröhre. Außer diesen Organen reagieren vor allem Haut- und Geschlechtsorgane und das Nervensystem empfindlich auf Alkohol. Unmittelbare Schädigungen wirken zurück auf die seelische Befindlichkeit und verändern den Menschen in seinem sozialen Verhalten.


Bei andauerndem Mißbrauch wird die Persönlichkeit grundlegend gestört. Alkoholkonsum von Frauen während der Schwangerschaft kann zu körperlichen und geistigen Behinderungen des ungeborenen Kindes führen (Alkoholembryopathie).


Durch den Dauerkonsum von Alkohol sterben Gehirnzellen ab und verursachen für den Betroffenen einen Gedächtnis- und Orientierungsverlust (Korsakow-Syndrom), so daß es bei fortgesetztem Alkoholmißbrauch auch zu einer Intelligenzminderung kommt. Ferner findet man gelegentlich diffuse Nervenleiden (z.B. Schmerzen an Gliedern), für die keine organische Ursache gefunden werden kann. (Polyneuropathie).


Die betäubende Wirkung von Alkohol führt bei Alkoholabhängigen häufig zu einer Vernachlässigung des gesamten sozialen Umfeldes (Familie, Arbeit, Freunde etc.) und damit häufig zu einer körperlichen und sozialen Verwahrlosung mit all seinen Folgeerscheinungen für die Familie. Die Tatsache, daß Belohnung und Bestrafung von Kindern in diesen Familien meist nicht vom Verhalten der Kinder, sondern vom Alkoholpegel des alkoholisierten Elternteils abhängig ist, führt zu einem inkonsistenten Erziehungsstil und damit zu einer emotionalen und wertemäßigen Desorientierung der Kinder. Die Folge ist, daß auch die Kinder dem Suchtkreislauf kaum entrinnen können und aus dem System nicht ausbrechen, sondern das Verhalten der Eltern, bzw. des alkoholisierten Elternteils kopieren, und selbst zu Alkoholikern werden. Alkoholismus ist somit eine Familienkrankheit, weniger weil es bestimmte "Alkoholgene" gibt, sondern weil die Sozialisation nicht genügend funktioniert.


Suchtgefahr:

Nicht alle Menschen, die Alkohol unkritisch oder mißbräuchlich konsumieren, werden auch alkoholabhängig. Alkohol macht sowohl psychisch, wie auch körperlich abhängig.


Die Alkoholabhängigkeit ist nur eine Folge des Alkoholmißbrauchs - aber eine beträchtliche! Etwa 2.500.000 Menschen in Deutschland sind behandlungsbedürftig alkoholkrank; damit ist fast immer ein sozialer Abstieg verbunden, der sich im Verlust der Familie, der Wohnung und Arbeit äußert (aus Informationen der
BZgA , siehe auch: DrugInfo).


Bis heute ist die Wirkungsweise des Alkohols auf das Gehirn noch nicht restlos erforscht. Man weiß jedoch, daß Alkohol, wie Medikamente mit Suchtpotential und Drogen, in das komplizierte Gleichgewicht der Neurotransmitter (hemmende und aktivierende Botenstoffe) im "Belohnungszentrum" des Gehirns eingreift.

Die angenehmen Wirkungen (Enthemmung, Euphorie, Betäubung von Problemen) führen dazu, daß diese Wirkungen immer wieder gewünscht werden, und so zu einem Suchtkreislauf führen. Durch Gewöhnung an den Alkohol wird immer mehr benötigt, um dieselben Wirkungen zu erlangen. Gleichzeitig hat der/die Betreffende es nicht nötig, sich z.B. um die Beseitigung der Ursachen von Problemen zu kümmern. Die negativen Gefühle werden mit Alkohol einfach "weggespült", um nach der Ausnüchterung dann doppelt so schlimm zu erscheinen. Dies ist auch der Grund, warum Personen mit Problemen wesentlich stärker alkohol-, medikamenten-, drogengefährdet sind, als psychisch stabile Leute. Der Weg in die Alkoholabhängigkeit geht gelegentlich - weil Alkohol auch körperlich abhängig macht - aber durchaus auch über den reinen Gewohnheitskonsum, ohne daß ursächlich große Probleme vorhanden sein müssen.

Das Fehlen von Alkohol führt bei schwer Abhängigen zu körperlichen und seelischen Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Schweißausbrüchen, Zittern bis hin zu Krampfanfällen. Bei plötzlichem Absetzen des Alkohols kann es zu einem "Delirium tremens" (panische Angstzustände, akustische und optische Halluzinationen, Zittern, Schweißausbrüche, unkontrollierte Aggressionen) kommen. Bei schweren Alkoholikern kommt es unter Umständen wechselweise zu einem "Trunkenheitsdelir", wenn er/sie noch trinkt, oder zu einem sog. "Trockendelir". D.h. bis zu ca. 1 Jahr können die oben beschriebenen Deliriumssymptome auftreten, ohne daß der Betreffende auch nur einen Schluck getrunken hat. In solchen Fällen hat der Betreffende oft nur die Wahl zwischen einem Trunkenheitsdelir und einem Trockendelir. Delirien waren früher in ca. 20% der Fälle tödlich. Heute können die Symptome zwar mit Distraneurin gemildert werden. In ca.5 % der Fälle kommt es immer noch zu einem tödlichen Ausgang.


Medizinische Bedeutung:

In Tinkturen und zur äußerlichen Anwendung wird Alkohol als Arzneimittelträger verwandt.


Rechtsstatus:

Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ist der Genuß von Alkohol in der Öffentlichkeit grundsätzlich verboten. Jugendliche von 14-16 Jahren dürfen nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten Bier, Wein oder Sekt trinken. Jugendlichen ab 16 Jahren ist der Konsum von Bier und Wein erlaubt. Stark alkoholhaltige Getränke (z.B. Schnaps) dürfen nur an Erwachsene ausgeschenkt werden.






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