Berlin – Dopamin ist wesentlich an der Entstehung von Angstgefühlen beteiligt. Diese sind im Gehirn an die Konzentration von Dopamin in bestimmten Hirnregionen gebunden. Dies ist das Ergebnis von Untersuchungen von Wissenschaftlern der Charité, Berlin, veröffentlicht in Nature Neuroscience (2008; doi:10.1038/nn.2222).
Dopamin hat im Gehirn sehr unterschiedliche Aufgaben. Schon seit längerem ist die zentrale Bedeutung für die Koordinierung von Bewegungen in den Basalganglien bekannt. Ein Mangel an Dopamin führt deshalb zum Morbus Parkinson.
Eine Überaktivität von Dopamin im limbischen System ist anscheinend eine wichtige Ursache für die Drogenabhängigkeit. Dopamin hat hier die Funktion eines Glückshormons.
Im Frontalhirn beeinflusst Dopamin das planmäßige Verhalten unter Berücksichtigung der Umgebung – die Vernunft – nennen. Dopamin fungiert hier als ein Motivationshormon.
In bestimmten Regionen des Gehirns scheint Dopamin allerdings die Rolle eines Angsthormons zu übernehmen. Dabei spielen vor allem die Mandelkerne (Amygdala) , eine Rolle, die beim Menschen Dopamin enthalten. Wenn Menschen Angst empfinden, kommt es in dieser Hirnregion zu einer erhöhten Aktivität. Die Angstreaktion der Probanden war umso stärker, je mehr Dopamin in den Amygdala vorhanden war.
Allerdings spielt eine weitere Hirnregion eine Rolle. Im anterioren Cingulum sind - nach den Ergebnissen der Autoren - die Funktionen für das Empfinden von Schmerz, sowie ein Teil des autobiografischen Gedächtnisses angesiedelt.
Die Forscher vermuten bei einer Angstreaktion einen intensiven Informationsaustausch zwischen den beiden Zentren. Fast scheint es, als würde das dorsale Cingulum prüfen, ob die Angst berechtigt ist oder nicht.
Eine hohe Dopaminkonzentration führt aber nicht in jedem Fall zu mehr Angst. Nach Angaben der Autoren kann bei Menschen, die aufgrund einer hohen Dopamin-Konzentration in den Amygdala zur Ängstlichkeit neigen, nach einer intensiven Kommunikation mit dem dorsalen Cingulum die Angstreaktion vermindert sein.
Links zum Thema
» Abstract der Studie in Nature
» Pressemitteilung der Charité
Montag, 3. November 2008